19. Juli bis 7. August 2021

Microcosm

Val Smets

Fast möchte man tief einatmen, in der Erwartung, frische Waldluft zu riechen, wenn man Microcosm betritt. Val Smets verbindet filigran aus dem Boden wachsenden Pilzobjekte und eine überkopfhängende Leinwand mit psychedelisch verfremdetem Licht, einer Projektion und Duft zu einer multisensorischen und hypnotischen Raumintervention. Und nimmt so die Einladung, sich den Innenraum von Suahtsnuk temporär anzueignen, couragiert an. Sie spielt mit der Wahrnehmung der Besucher*innen, die eingeladen sind, sich in der oszillierenden Installation für einen Moment der Reflexion niederzulassen.

Val Smets arbeitet intuitiv, malt ihre von der Natur inspirierten Motive in intensiven Farben auf horizontal auf dem Boden liegende großformatige Leinwände. Neben der Darstellung von Korallen und Quallen sind vor allem Pilze zu einem wiederkehrenden Motiv in ihren Kunstwerken geworden, die in einer intensiven Recherche und Auseinandersetzung mit Themen wie Biodiversität, Umweltschutz und symbiotischen Lebensweisen gipfeln. In Microcosm sucht die Künstlerin nicht nur die Interaktion mit den Besucher*innen, sondern auch mit der raumgebenden Skulptur von Alfredo Barsuglia selbst. So erweitert sie ihr charakteristisches Pilzmotiv um Mycetophagen (Pilzfresser) und Schnecken, um auf die mutualistische Symbiose und komplexe intelligente Vernetzung unseres Ökosystems zu verweisen. Microcosm will gerades Denken unterbrechen und Reflexionen anstoßen, wie wir Menschen nachhaltiger und bedachtsamer mit unserer Umwelt umgehen können – indem wir uns gewissermaßen an der Natur selbst ein Beispiel nehmen.


26. Juni bis 17. Juli 2021

NUR DIE HARTEN KOMMEN IN DEN GARTEN

Lisa Großkopf

Lisa Großkopfs (*1989, Wien) künstlerische Arbeit umfasst vielfältige Techniken von Fotografie bis zu performativer Kunst. Ihre Projekte widmen sich unter anderem dem gesellschaftlichen Gebrauch der Fotografie, dem menschlichen Verhalten in der digitalen Welt sowie den Unterschieden und Besonderheiten des öffentlichen und privaten Raums.

In der Ausstellung Nur die Harten kommen in den Garten zeigt Lisa Großkopf Auszüge zweier Werke, die sich im weitesten Sinne auf das Themenfeld Garten beziehen und schafft somit eine Verbindung zu der Schneckenfarm auf dem Dach des Suhatsnuks. Während die Fotoserie Atopia durch die Präsenz menschlicher Abwesenheit besticht, menschelt es in der performativen Arbeit Quitting smoking might be easier nur allzu sehr.

Die Fotoserie Atopia porträtiert ein außergewöhnliches, rumänisches Salzbergwerk. Aufgrund des hohen Salzgehalts der Luft wurden Teile des Bergwerks in einen gesundheitsfördernden Freizeitpark umfunktioniert. Um die Zeit unter der Erde möglichst vergnüglich zu gestalten, finden sich dort Spiel- und Sportgeräte, PC-Plätze, religiöse Andachtsbilder und bizarr anmutende Objektarrangements. Lisa Großkopf zeigt die Räume entvölkert, als absurde Bühnen menschlicher Inszenierung.

In ihrer jüngsten Arbeit Quitting smoking might be easier beschäftigt sich Lisa Großkopf mit der Sehnsucht nach ewiger Jugend. Mittels überzeichneter Adaption realer und erfundener Schönheitsrituale und Kosmetikprodukte entlarvt die Künstlerin die Absurditäten der kurzlebigen Trends der Kosmetikindustrie.


7. bis 26. Juni 2021

Beauty of Mess and Less

Jasmin Hoffer & Oleg Soulimenko

Die Installation Beauty of Mess and Less zeigt eine Mischung aus natürlichen und künstlich hergestellten Materialien, begleitet von einem Video, in dem zu sehen ist, wie die beiden Künstler*innen mit diesen Materialien interagieren, um ungewohnte Formen und neue Bedeutungen zu finden. Manches stammt aus dem Müll, manches ist fabrikneu. Die Ausstellung beleuchtet die Verstrickungen von menschlichen Körpern und Objekten und mit der Lebendigkeit der Materie.
Heute, im Anthropozän, scheint es nichts mehr zu geben, was vom Menschen unberührt bleibt. Aussterbende Arten, auftauender Permafrost, Landschaften voller Giftmüll: Der menschliche Einfluss scheint allumfassend zu sein. Aber auch das Gegenteil ist der Fall, denn nichts, mit dem wir in Berührung kommen, lässt uns unverändert. Es ist diese gegenseitige Wechselwirkung, die Jasmin Hoffer und Oleg Soulimenko in Beauty of Mess and Less unter die Lupe nehmen.
Beauty of Mess and Less wird von der Kulturabteilung des Landes Steiermark und KultRent unterstützt.

Jasmin Hoffer und Oleg Soulimenko arbeiten seit einigen Jahren zusammen und kreieren Performances, in denen sie mögliche Beziehungen zwischen dem menschlichen Körper und anderen Formen von Materie untersuchen. Jasmin Hoffer ist Tänzerin, Choreografin und Performancekünstlerin, die zeitgenössischen Tanz unterrichtet. Oleg Soulimenko ist Performancekünstler und Choreograf. Beide leben und arbeiten in Wien, und ihre Performances wurden bereits an verschiedenen Orten auf der ganzen Welt präsentiert. Zuletzt zeigten sie ihre gemeinsamen Projekte Beauty of Mess, Trash and Unknown desirers (2021) , Loss (2017) und Swimming Pool (2018) im brut, Wien.


17. Mai bis 5. Juni 2021

Inside and Outside

Maria Bakhareva & Tatiana Ivolga

Maria Bakhareva (*1988, Penza, Powolzje, Russland) & Tatiana Ivolga (*1990 Tomsk, Sibirien, Russland) lernten sich 2010 bei der Aufnahmeprüfung auf der Moskauer Hochschule für Malerei, Bildhauerei und Architektur kennen. Neben der akademischen Ausbildung lag ihr Interesse an Pleinairmalerei, um insbesondere das „Sehen der Farben“ zu erfassen und zu erlernen.
In der Ausgangssperre während der Pandemie im vergangenen Jahr haben sie mittels Video-Konferenzen ihre Gefühle besprochen und zum Inhalt ihrer künstlerischen Arbeit gemacht.

Wir wollen Emotionen in ihrem inneren und äußeren Eindruck zeigen. Zwei Gegensätze: Wasser und Feuer, die gleichzeitig und getrennt voneinander existieren. Diejenige*Derjenige, die*der das Zentrum der Gegensätze dieses Universums findet, kann sich selbst fühlen und finden.


26. April bis 15. Mai 2021

Versinkende Kuben

Simon Reitmann

Simon Reitmann, geboren 1999 in Rottenmann, arbeitet als gelernter Kunsttischler entlang klarer Strukturen. Inhaltlich und formal folgt er einem Gestaltungsprinzip, das dem Raum eine wesentliche Rolle zuweist. Neigung(en) zeigen auch seine geradlinigen Metallobjekte, sind diese trotz präzise durchgeführter (Aus)Formulierung eindeutig Bewegungsstudien. Es ist ihm an der Bildhaftigkeit des Objekts gelegen, am Experiment mit der relativen Dichte eines Körpers. Reitmann erforscht die Qualitäten seines Materials und entscheidet sich für die Irritation als ein stilbildendes Element.
Als Teil des 2020 gegründeten Kollektivs SAMA arbeitet Reitmann konzeptuell und versteht sein Werk „in progress“. Das Ganze ist nicht geschlossen und statisch gefügt. Es ist in Bewegung. (Text: Bettina Landl)